Musikprojekt: Rhythmus verbindet

"Die Gemeinsamkeit einer Gruppe

wird am stärksten durch das Erleben

der Eigenart jedes einzelnen"     

                                               "Hegi"


Interkulturelle und inklusionsfördernde Kommunikation mit Percussion/ Orffschen Instrumenten

Zielsetzung

Die Unterrichtsreihe eröffnet Möglichkeiten zur besseren Verständigung von Menschen (in unserem Fall Kindern) unterschiedlicher Herkunft, Bildung und körperlichen Voraussetzungen.

Körperliche, geistige oder kulturelle Behinderungen (Sprachdefizite) führen z.B. schnell zu den bekannten Handicaps, wie Ausgrenzung, Diskriminierung und Chancenungleichheit. Hier gilt es, ein Medium zu finden, das die genannten Risiken hilft, aufzudecken und zu überwinden. Durch eine übergreifende, nonverbale, spielerische Herangehensweise, wie sie uns Musik zur Verfügung stellt. können wir eine Komunikationsebene entwickeln, die es ermöglicht, unproblematisch und schnell mit dem Gegenüber in Kontakt zu treten.

Im musikalischen Spiel (Rhythmus, Bewegung, Klang) begegnen die Kinder ihrer Person (Individualität) und die Andersartigkeit ihres Gegenüber. Sie erlernen im Spiel Gemeinsamkeit und Akzeptanz ihrer eigenen Person. Weiterhin werden Ziele verfolgt, die sich an der Symptomatik des kindlichen Verhaltens und/ oder dem Verstehen des dahinter liegenden Problems orientieren.

Zusätzlich zum Medium Musik/ Rhythmus wird der nahezu nonverbale Austausch untereinander intensiviert durch Elemente der Gestalttherapie, wie Pantomime, Tanz und Malen.

Die teilnehmenden Kinder gelangen so von der Begegnung zum Kontakt und vom Kontakt zum Miteinander.


Methodischer Hintergrund

Der methodische Ansatz der Unterrichtsreihe basiert auf Elementen er ungerichteten Musiktherapie (sozialpädagogisch und musikpädagogisch ausgerichtet), sowie aus Teilen der Gestalttherapie.

Der Kurs ist kein Selbsterfahrungskurs und bildet nicht den Ausgangspunkt therapeutischer Arbeit. Der Besuch des Kurses garantiert einen geschützten Raum, in dem sich jeder Teilnehmer freiwillig und offen bewegen kann. Jederzeit kann sich die teilnehmende Person von der Gruppe entfernen, wenn ihr danach zumute ist. Es gibt keine speziellen Anforderungen, die für den Kurs erfüllt werden müssen.


Leitung: Gudrun Haas, Musiktherapeutin


Ort: Bergschule Wetter


Teilnehmerzahl: 8 ausgewählte Teilnehmer, geschlossene Gruppe,

                          Teilnahme kostenfrei


10 Termine Donnerstags in der 2. und 3. Schulstunde


November:              03., 10., 17., 24.11.2016


Dezember:              01., 08., 15.12.2016


Januar 2017:           12., 19., 26.01.2017


Rhythmus verbindet (Pressebericht von Günther Lehn)

 

Rhythmus und Musik verbindet, das ist eine Tatsache, international, über Grenzen und Sprachbarrieren hinweg. So auch ab sofort in der Bergschule in Wetter, wo die Musikpädagogin Gudrun Haas mit Kindern aus Syrien, dem Irak, Iran und Bosnien ein neues Projekt der Lichtburg-Musikschule gestartet hat. Ermöglicht wird das Projekt im Rahmen der Konzeptförderung ICHBINWIEDU und einer Förderung des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen.

Zum Einsatz kommen in dem Angebot „Rhythmus verbindet“ auch Trommeln, die aus dem gespendeten Bingospiel-Erlös des WSG Seniorencafés angeschafft werden konnten.

Über die Medien Musik (Trommeln) und Spiel (u.a. mit Kuscheltieren) gelingt es Gudrun Haas, die Kinder auf der emotionalen Ebene anzusprechen. Stimmungen wie Angst, Aggressionen, Unsicherheit, Geborgenheit, Zärtlichkeit und Freude kommen über die Medien zum Ausdruck. Musikpädagogin Haas, die seit vielen Jahren auch als Musiktherapeutin tätig ist, bereitet den Unterrichtsrahmen auf sehr behutsame Art.

Es geht in dem Angebot nicht vorrangig um das Erlernen von Rhythmus oder Musikinstrumenten, sondern darum, sich in einem vertrauten Rahmen zu öffnen, Gefühle zeigen und zulassen zu können. Beim Spielen, Singen und Trommeln braucht man nur in die Gesichter und besonders in die Augen der Kinder schauen, um zu sehen, dass dieser Ansatz funktioniert und den Kindern einen guten, besseren Weg im Zusammenleben bereitet.

G.L.